Su sei mir
Ene kläne Max Wenzel Geschicht’Aus dr Schul
Der kläne Lehrer in Walddörfel hiel bei de A-B-C-Schützen Singstund. Allemol wenn de Geig net mehr stimme tat. stemmt er se of der vorderschten Bank auf, tat mit der en Hand an de Wirbeln drehe un mit der anern strich er ne Bugn, öbs bal stimme tät. Der klane Nastlergung, dar gerod of darer Bank soß, tat sich die Sach ewing mit Mißtraue betrachten.
Wie nu mei Lehrer wieder drehe tat, wird’n doch de Sait platzen un dan Gung flug e Stück dervu an der Nos’ na. Do warsch aus mit seiner Ruh! „Dos ho ich mer schie gedacht“, saht’r, „du werscht esu lang an dan Ding rümdrehe, bis en’s Gelump nei in de Gusch haat!“
Zurr Geschicht von Max Wenzel
Es gibt immer wieder Anfragen, wer denn der Max Wenzel sei, nach dem die Max-Wenzel-Straße im Ehrenfriedersdorfer Neubaugebiet benannt wurde.
Max Wenzel wurde am 08.April 1879 in Ehrenfriedersdorf geboren. Sein Geburtshaus befand sich dort, wo heute das Gebäude Markt 8/9 steht.
Als Max Wenzel ein Jahr alt war, wurde sein Vater an das Amtsgericht nach Annaberg versetzt. Seine Familie verzog dorthin und er besuchte nach der Grundschule das Lehrerseminar in Annaberg. In Wiesa, Geyersdorf und Grumbach verdiente er sich als junger Lehrer seine ersten Sporen, bis er 1904 eine Lehrerstelle in Chemnitz antrat.
Max Wenzel beschäftigte sich sein ganzes Leben lang sehr nachdrücklich mit der erzgebirgischen Mundart. Er verstand es, selbst ein waschechter Erzgebirger, den Leuten „auf’s Maul“ zu schauen und kleine Begebenheiten in origineller und humorvoller Art wiederzugeben. Er schrieb mehr als 20 Bändchen in Mundart, die er im H. Thümmler-Verlag in Chemnitz in den Jahren 1919 – 1928 herausbrachte. Etwa 15 Mundartstücke wurden ebenfalls verlegt, und in den dreißiger Jahren hatte er besonderen Erfolg mit den fünf Bänden „Ne Weißköppel David von Neigrunbich sei Geschichten un Ansichten“ mit denen der Verlag J.C. Pickenhahn & Sohn Chemnitz seine Erzählungen, die in der Tagespresse veröffentlicht waren, in Buchform herausbrachte. Für das Chemnitzer Tagesblatt schrieb er auch eine Reihe volks- und heimatkundlicher Beiträge. Im „Glückauf“, der Zeitschrift des Erzgebirgsvereins, konnte man manche neue Geschichte und manches Gedicht von ihm mit Vergnügen lesen.
In vielen Heimatabenden des Erzgebirgsvereins trat er als Alleinunterhalter auf. Viele Male stand er auch gemeinsam mit seinem Freund Anton Günther auf der Bühne.
Am 04. September 1946 im Alter von 67 Jahren starb Max Wenzel in Chemnitz. Er hinterließ umfangreiches Lebenswerk, was noch in der Gegenwart von hoher Aussagekraft ist und deshalb große Wertschätzung genießt.
E schienes arzgebergsches Lied von Anton Günther
| Wu de Walder haamlich rauschen | |
| 1. | Of de Barg, do is halt lustig, of de Barg do is halt schie; do kimmt de Sonn an allererschten, schein se aah am längsten hie. |
| Refrain.: | Wu de Walder haamlich rauschen, wu de Haad su rötlich blüht, mit kann König möchte ich tauschen, weil do drubn mei Haisel stieht. |
| 2. | s Wasser is su klar un kiesig, un de Luft weht frisch un raa; drüm sei mer aah su schie gewachsen, net ze gruß un net ze klaa. |
| 3. | Tief in Wald do wachsen Schwamme, schreit der Kuckuck, springt es Reh. Über tausend Beer und Blümla streicht der Wind drubn of der Höh. |
| 4. | Zessig, Hanftlich, Grünerts, Stielitz, allerhand Vögla wunnerschie, singe tausend schiene Liedla, baue dort drubn ihr Nastel hi. |
| 5. | s is su haamlich, still un friedlich, als wär mer ball an Himmel dra, denn der Mond mit seine Sterla, daar scheint net weit von uns derva. |
| Worte und Weise: von Anton Günther (1905) |
Un nu hommer noch e arzgebergsches Assen un zwar „Zeppelgetzen“
Zutaten:
• 50 – 100 g Speck (Margarine oder Öl)
• 1 Semmel vom Vortag
• 1 Teelöffel Butter
• 2 – 3 Eier
• ½ l Milch
• Salz
Zubereitung:
• Zen Zeppelgetzen braucht mer ene schiene Getznpfann. Am besten is ene eiserne von dr Grußmutter, aber es gieht a geds Pfannl, sogar ene moderne „Auflaufform“.
• In dare Pfann lässt mer dann gewürfelten Spack aus, su dass dr Buden racht fettig is. Die altbackene Sammel wird a in Würfel geschniedn un in dr Butter goldgalb geröstet. Die Sammelwürfel komme nu nei in die Pfann zu dan ausgelassenen Spack. 2 – 3 Eier warn in dr Milch un e bissel Salz verquirlt un vorsichtig über die Sammelwürfel gegossen. Nu kimmt die Pfann nei in de Backröhr un dr Zeppelgetzen wird bei Mittelhitze reichlich ½ Stund goldgalb gebacken.
Noch e Tipp:
• In Frühgahr, wenn de Otterzingeln stiehe (dos sei die gunge Blatteln von dan rosa Zahnbürschteln of dr Wies!) warn 1 – 2 Hanfeln sette klane Blatteln mit kochenden Wasser kurz gebrüht, fein gehackt un mit dan Eiern verquirlt.
Aufgeschrieben von: E. Rösler, veröffentlicht im Heimatkalender 1998: „Dos schmeckt bei uns im Arzgebirg“