Su sei mir

Ene kläne Max Wenzel Geschicht’  aus dr Schul

Der kläne Lehrer in Walddörfel hiel bei de A-B-C-Schützen Singstund. Allemol wenn de Geig net mehr stimme tat. stemmt er se of der vorderschten Bank auf, tat mit der en Hand an de Wirbeln drehe un mit der anern strich er ne Bugn, öbs bal stimme tät.  Der klane Nastlergung, dar gerod of  darer Bank soß, tat sich die Sach ewing mit Mißtraue betrachten.

Wie nu mei Lehrer wieder drehe tat, wird’n doch de Sait platzen un dan Gung flug e Stück dervu an der Nos’ na. Do warsch aus mit seiner Ruh! „Dos ho ich mer schie gedacht“, saht’r, „du werscht esu lang an dan Ding rümdrehe, bis en’s Gelump nei in de Gusch haat

Max Wenzel (1879-1946)

Es gibt immer wieder Anfragen, wer denn der Max Wenzel sei, nach dem die Max-Wenzel-Straße im Ehrenfriedersdorfer Neubaugebiet benannt wurde.
Max Wenzel wurde am 08.April 1879 in Ehrenfriedersdorf geboren.  Sein Geburtshaus befand sich dort, wo heute das Gebäude Markt 8/9 steht.

Als Max Wenzel ein Jahr alt war, wurde sein Vater an das Amtsgericht nach Annaberg versetzt. Seine Familie verzog dorthin und er besuchte nach der Grundschule das Lehrerseminar in Annaberg. In Wiesa, Geyersdorf und Grumbach verdiente er sich als junger Lehrer seine ersten Sporen, bis er 1904 eine Lehrerstelle in Chemnitz antrat.

Max Wenzel beschäftigte sich sein ganzes Leben lang sehr nachdrücklich mit der erzgebirgischen Mundart. Er verstand es, selbst ein waschechter Erzgebirger, den Leuten „auf’s Maul“ zu schauen und kleine Begebenheiten in origineller und humorvoller Art wiederzugeben. Er schrieb mehr als 20 Bändchen in Mundart, die er im H. Thümmler-Verlag in Chemnitz in den Jahren 1919 – 1928 herausbrachte. Etwa 15 Mundartstücke wurden ebenfalls verlegt, und in den dreißiger Jahren hatte er besonderen Erfolg mit den fünf Bänden „Ne Weißköppel David von Neigrunbich sei Geschichten un Ansichten“ mit denen der Verlag J.C. Pickenhahn & Sohn Chemnitz seine Erzählungen, die in der Tagespresse veröffentlicht waren, in Buchform herausbrachte. Für das Chemnitzer Tagesblatt schrieb er auch eine Reihe volks- und heimatkundlicher Beiträge. Im „Glückauf“, der Zeitschrift des Erzgebirgsvereins, konnte man manche neue Geschichte und manches Gedicht von ihm mit Vergnügen lesen.

In vielen Heimatabenden des Erzgebirgsvereins trat er als Alleinunterhalter auf. Viele Male stand er auch gemeinsam mit seinem Freund Anton Günther auf der Bühne.

Am 04. September 1946 im Alter von 67 Jahren starb Max Wenzel in Chemnitz. Er hinterließ umfangreiches Lebenswerk, was noch in der Gegenwart von hoher Aussagekraft ist und deshalb große Wertschätzung genießt.

 

Lied von Anton Günther

Wu de Walder haamlich rauschen
1. Of de Barg, do is halt lustig, of de Barg do is halt schie;
do kimmt de Sonn an allererschten, schein se aah am längsten hie.
Refrain.: Wu de Walder haamlich rauschen, wu de Haad su rötlich blüht,
mit kann König möchte ich tauschen, weil do drubn mei Haisel stieht.
2. s Wasser is su klar un kiesig, un de Luft weht frisch un raa;
drüm sei mer aah su schie gewachsen, net ze gruß un net ze klaa.
3. Tief in Wald do wachsen Schwamme, schreit der Kuckuck,
springt es Reh. Über tausend Beer und Blümla streicht der Wind drubn of der Höh.
4. Zessig, Hanftlich, Grünerts, Stielitz, allerhand Vögla wunnerschie,
singe tausend schiene Liedla, baue dort drubn ihr Nastel hi.
5. s is su haamlich, still un friedlich, als wär mer ball an Himmel dra,
denn der Mond mit seine Sterla, daar scheint net weit von uns derva.
Worte und Weise: von Anton Günther (1905)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Un nu hommer noch e erzgebergsches Assen un zwar „Buttermilchgetzen mit Leinöl“

Zutaten:
•    8 größere, geschälte rohe Kartoffeln
•    1 Esslöffel Mehl
•    1 Liter Buttermilch
•    1 Teelöffel Salz
•    6 Esslöffel Leinöl

Zubereitung:
•    Zum Buttermilchgetzen braucht man eine gute “Getznpfann” (ca. 30 x 42 cm).  Am besten ist eine eiserne aus Großmutters Zeiten, aber es funktioniert auch mit jeder anderen Pfanne, sogar mit einer „Auflaufform“.

•    Die rohen Kartoffeln fein reiben, mit Salz, Mehl und Buttermilch verrühren (nach Belieben auch Kümmel und Zwiebel hinzufügen). In die Pfanne ca. 6 Esslöffel Leinöl geben, verteilen, dann die dünne Masse in die Pfanne schütten. Mit einem Löffel das an den Rand geflossene Öl über den ganzen Getzen verteilen. Bei ca. 200° C 50-60 Minuten goldbraun backen.

Tipp:
•   Dazu Apfelmus reichen. Schmeckt auch kalt gut auf Brot. Der Buttermilchgetzen ist ausreichend für 3-4 Personen.

Aufgeschrieben von: G. Arnold, veröffentlicht im  Heimatkalender 1998: „Dos schmeckt bei uns im Arzgebirg“

Buttermilchgetzen

Buttermilchgetzen (Bildquelle F. Teichmann, Heimatkalender 1998)

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